geschichte-1H.R.v.l.: A.Graßnick, E. Köpsch, Struck, „Hotte“ Behnke, „Keule“ Seifert, Martschok, G. Höffmann, M. Baschin
V.R.v.l.: D. Paschke, H. Rudolf und „Kalle“ Baschin beim Spiel in Halbe

Kablow-Ziegelei ist eine Ortslage des Ortsteils Zernsdorf in der Stadt Königs Wusterhausen mit ca. 480 Einwohnern (Stand 2023, vgl. ca. 180 Einwohner im Jahr 1900). Die Bewohner des kleinen Ortes haben schon 1916 neben ihren Tätigkeiten als Landwirte und Handwerker den Sport und die Geselligkeit geliebt.


Fritz Kerstan

Fritz Kerstan

Am 17. September 1916, mitten im ersten Weltkrieg, fanden sich junge Leute, die in Kablow-Ziegelei den Sport organisierten. Fritz Kerstan war der erste Vorsitzende des neuen Sportvereins Merkur Kablow-Ziegelei. Der SV-Merkur schloss sich der damaligen Arbeitersportbewegung an und die ersten Aktiven waren (um nur ein paar Namen zu nennen) Karl und Otto Kerstan, Willi und Otto Baschin, Willi Barsch und Matings Brüder.


V.r.n.l.: Otto Kerstan und Karl Kerstan

V.r.n.l.: Otto Kerstan und Karl Kerstan

Im Gründungsjahr spielte man zuerst Faustball, aber nach kurzer Zeit war der Spielerstamm so groß, dass aus der Sportart Faustball Fußball wurde. Als Hitler 1933 die Macht übernahm, wurde die Arbeitersportbewegung verboten und im März 1933 organisierte der erste Vorsitzende Fritz Kerstand zum letzten Mal ein Fußballspiel in Deutsch Wusterhausen.


Wiederaufbau
Jugendmannschaft sechziger Jahre mit dem Trainer Jörg Zander

Jugendmannschaft sechziger Jahre mit dem Trainer Jörg Zander

Kurz nach dem Kriegsende waren es Fritz und Otto Kerstan, die den Sportverein sofort wieder in Leben riefen. Eine Urkunde mit der Nr. 10 bestätigt die sofortige Zulassung. Das erste Spiel in Kablow-Ziegelei wurde gegen Senzig ausgetragen. Der damalige Sportplatz befind sich auf dem heutigen Gelände des Gartenvereins „Sonnenschein“ an der Kablower Straße, wo damals eine Wiese war. Danach wurde in den sechziger Jahren erfolgreich im Nachwuchs- und Männerbereich Fußball auf dem Sportplatz im Wald gespielt. In der damaligen Jugendherrberge von Kablow-Ziegelei, die heute nicht mehr existiert, zogen sich die Sportler um. Bis zum Sportplatz waren es immerhin ca. 600 Meter.

Ein „Fortschritt“ war dann ein Holzschuppen direkt am Sportplatz, von ca 3x5m Größe, der als Geräteschuppen, Umkleidekabine für Gäste- und Gastgebermannschaft diente. Als Waschgelegenheit stand eine Handpumpe mit Waschschüsseln zur Verfügung. Der Waldsportplatz war ein schwer bespielbarer Platz, besonders für die Gästemannschaften, da er im Torraum eine wahrhaftige Sandwüste war. Zahlreiche Höhepunkte hatte die Sportgemeinschaft nach dem Kriegsende im Kreisgebiet und im Bezirk, davon zeugen die vielen Urkunden und Pokale, für vordere Platzierungen beim Pokal- und Wettspielbetrieb im Nachwuchs- und Männerbereich, die im Clubraum zu sehen und zu bewundern sind.


Erweiterungen
Männermannschaft der siebziger Jahre

Männermannschaft der siebziger Jahre

Zwei Jahre später, 1978, wurde die Sportanlage durch eine Turnhalle für Trainingszwecke in den Wintermonaten von den Mitgliedern bereichert und in Betrieb genommen. In den folgenden Jahren wurde eine Flutlicht- und Beschallungsanlage installiert und ein weiterer Trainingsplatz gebaut. Auf diese Eigenleistungen, die sich über 100000 Ostmark beliefen, sind die Mitglieder besonders stolz. Zu DDR-Zeiten existierte neben den Fußballmannschaften eine Tischtennis-, Frauengymnastik- und sogar eine Wandergruppe.

Im Nachwuchsbereich, im Trainingsbetrieb, als Schiedsrichter und vielen anderen Sportaktivitäten können unsere Vereinsmitglieder viele aufzeigbare Erfolge aufweisen.
Über viele Jahre trainierte Heinz Raddatz die Männermannschaft und schafften mit ihnen den Aufstieg in die erste Kreisklasse.
Auch in der jüngeren Vereinsgeschichte konnte der Verein immer wieder gute Mannschaften im Fußballkreis stellen. Dabei haben viele gute und einige sehr gute Fußballer für Kablow-Ziegelei die Fußballschuhe angezogen.


Weitere Meilensteine
Die Gäste des FC St. Pauli mit unserem Ehrenpräsidenten Jörg Zander im Jahr 2004

Die Gäste des FC St. Pauli mit unserem Ehrenpräsidenten Jörg Zander im Jahr 2004

Gemeinsames Foto mit den Spielern von Hertha BSC

Gemeinsames Foto mit den Spielern von Hertha BSC

Zwischen 2004 und 2011 organisierte der Verein jährlich das Dorffest in Zusammenarbeit mit der Fahrschule Andreas Preuß auf dem Sportplatz. Dieses Fest für die ganze Familie mit buntem Rahmenprogramm und abendlichen Tanz bis zum Feuerwerk über dem Zernsdorfer Lankensee. Auch sportlich war das Fest immer ein jährlicher Höhepunkt für die Vereinsmitglieder. Hatten wir doch schon den FC St. Pauli, Hertha BSC, Dynamo Dresden, 1. FC Lok Leipzig den BFC Dynamo Berlin oder die Bunte Liga Berlin zu Gast. Jede Gastmannschaft hat dabei auf deren eigene Art und Weise überzeugt. Es gibt unzählige Geschichten die man sich auf dem Sportplatz über diese Spiele erzählt.

Die Talenteschmiede aus Königs Wusterhausen – Top-Ausbildung im Nachwuchsbereich

Was im Jahr 2007 mit einer Bambini- und einer F-Junioren Mannschaft begann, hat sich Dank des unermüdlichen Einsatzes unser motivierten Sportskameraden zu einem starken Jugendbereich entwickelt.

Der Nachwuchsbereich wurde kontinuierlich erweitert. 2009 kam zu den G- und F-Junioren eine E-Jugend dazu, 2013 dann eine D-Jugend und im Jahr 2018 nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder eine Jugend-Großfeldmannschaft. Zwei Jahre später, 2020 konnten die C-Junioren mit dem Aufstieg in die Landesklasse die erstmalige Teilnahme einer Jugendmannschaft unseres Vereins am Landesspielbetrieb feiern.

Von 2015 bis 2018 veranstalteten wir unser Otto-Kerstan-Gedenkturnier in der Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen bei dem wir Mannschaften von Hertha BSC, 1. FC Union Berlin, BFC Dynamo, Tennis Borussia, Füchse Berlin und Viktoria 1889 vor großer Kulisse begrüßen konnten.

Unser kleiner Verein konnte sich in den Jahren ab 2015 auch überregional mit regelmäßigen Teilnahmen an hochklassigen Jugendturnieren wie dem „TeBe Casino-Cup“ und dem „Perspektive der Jugend-Cup“ und Spielen gegen Nachwuchsmannschaften aus dem Profibereich wie Dynamo Dresden, Hansa Rostock, RW Erfurt, Hallescher FC, 1.FC Magdeburg, Carls Zeiss Jena, einen Namen machen. Weitere Auftritte beim API-Cup in Gelsenkirchen mit einem Spiel gegen Schalke 04 sowie weitere erfolgreiche Teilnahmen bei Turnieren in der Lutherstadt Wittenberg, bei der Mini-WM in Papenburg im Emsland und jährlich beim Beachsoccer-Cup in Karlshagen auf Usedom prägen unseren Verein und unseren Nachwuchs.

Die hervorragende Ausbildung führte auch dazu, dass sich seit 2015 DREIZEHN Spieler in sechs Jahrgängen für den DFB-STÜTZPUNKT in Ludwigsfelde qualifizieren konnten. Mit Niklas Wenzel (JG 06), Leonard Schulze (JG 08) und Willy Schröder (JG 09) vertraten drei junge Spieler unseren Verein über mehrere Jahre bei Landesturnieren in der Kreisauswahl „Dahme/Fläming“.

Im Jahr 2021 wurde mit Hugo Chudaske (JG 07) erstmals ein Spieler des SV Merkur in die Landesauswahl Brandenburg U15 berufen.

Darüber hinaus konnten seit 2015 drei Spieler direkt in die Jugend des 1.FC Union Berlin wechseln und unser Willy schaffte 2021 den Sprung zu Energie Cottbus.

Für unseren kleinen Verein waren die Jahre ab 2020  trotz der Corona-Pandemie in vielerlei Hinsicht sehr erfolgreiche Jahre.

In der Saison 2021/2022 waren wir mit sieben Jugendmannschaften in sechs Altersklassen vertreten, dabei erstmals eine Mädchenmannschaft. Unsere C-Jugend schaffte 2020 den Aufstieg in die Landesklasse und spielte zwei Spielzeiten im Land. Eine Merkur B-Jugend spielte ab der Saison 2021/2022 in der Landesklasse.

Im Jahr 2021 erlangten wir landesweit Aufmerksamkeit als unser Sportfreund Lars Kollert mit dem FLB-Ehrenamtspreis 2020 ausgezeichnet wurde, wir einen Tag des Mädchenfußballs ausrichteten und wir den Präsidenten Jens Kaden und die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Fußball-Landesverbandes FLB bei einem Vereinsdialog auf unserem Platz begrüßten.

Wir konnten unsere beiden Plätze mit Beregnungsanlagen ausstatten und schauen seitdem unserem Mähroboter bei der Pflege unsere beiden Sportplätze zu. Auch konnten wir 2021 zwei großartige Feste zu unserem 105jährigen Jubiläum im August und Ende Oktober an Halloween feiern, bei denen wir jeweils über siebenhundert Gäste auf unserer schönen Anlage in Kablow-Ziegelei begrüßen konnten.

Am 31.10.2021 wurde beim Spitzenspiel unserer Herren mit offiziell fünfhundert Zuschauern ein Rekord für die unterste Spielklasse (2.Kreisklasse) in Brandenburg aufgestellt.

Im Jahr 2023 nehmen erstmals Merkur-Vertretungen an FLB-Landesmeisterschaften teil. Unsere Alt-Senioren Ü50, die bereits 2022 sensationell in einem denkwürdigen Endspiel in Waltersdorf den Dahme/Fläming-Pokal gewinnen konnte, erreicht mit dem dritten Platz hinter dem 1.FC Frankfurt und Energie Cottbus einen der größten Vereinserfolge. Unsere Ü60 holte nach Platz sieben in der Halle einen guten fünften Platz bei der Landesmeisterschaft im Juli auf dem Feld.

Ohnehin geht der erfolgreiche Sommer 2023 in unsere Vereinshistorie ein.
Bei bestem Fußballwetter fand am Samstag, den 03.06.23 das Benefizspiel zu Gunsten des KINDERHILFE e.V. gegen die „Lausitzer Legenden“ statt.

Die Gäste aus der Lausitz, die von Kult-Trainer Eduard „Ede“ Geyer begleitet wurden, traten mit den ehemaligen Profis Detlef Irrgang, René Rydlewicz, Christian Beeck, Sebastian Helbig, Thomas Hoßmang, Andre Kobylanski, Mike Jesse, Sven Benken und Musiker Alexander Knappe an. Die Merkur-Reihen wurden durch den ehemaligen Box-Profi und Weltmeister Ronny Gabel und Schauspieler Carsten Stahl verstärkt. Im Spiel, das 5:6 endete, gab es viele sehenswerte Tore zu sehen und die mediale
Aufmerksamkeit an diesem Tag war gigantisch. Ein außergewöhnlicher Tag.
Am 17.06.2023 werden unseren C-Junioren erstmals Kreismeister im FK Dahme/Fläming und WIR sind am gleichen Tag zum ersten Mal Ausrichter von Pokalendspielen.
Kurz darauf schaffen unsere B-Junioren im zweiten Jahr in Folge souverän den Klassenerhalt in der Landesklasse.

Am 16.07.2023 werden wir Brandenburger Landesmeister im Beachsoccer und vertreten unser Land bei den NOFV-Meisterschaften. Zwei Wochen später belegen WIR im thüringischen Apolda den vierten Rang  hinter dem Turniersieger und Bundeligateam Hertha BSC und werden drittbestes Amateurteam im Nordosten.

Die Geschichte geht weiter…